Kommunen, Versorger und Finanzwirtschaft diskutieren Finanzierung der Energie- und Wärmewende

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Wie kann die Finanzierung der Energie- und Wärmewende in NRW gelingen? Welche Finanzierungsinstrumente stehen zur Verfügung? Und wie lassen sich bestehende Investitionshemmnisse überwinden? Auf dem zweiten Finanzierungskongress NRW in Düsseldorf diskutieren darüber an diesem Freitag insgesamt 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Kommunen, kommunalen Unternehmen und Finanzwirtschaft. Ausgerichtet wird der Kongress gemeinsam durch den Verband kommunaler Unternehmen NRW (VKU), den Städtetag NRW, den Städte- und Gemeindebund NRW sowie die NRW.BANK. Im Mittelpunkt des Kongresses steht der offene Austausch über ein wirksames Zusammenspiel von Umsetzung und Finanzierung der Energiewende. Anhand von Praxisbeispielen wird aufgezeigt, wie bestehende Investitionsbarrieren überwunden werden können und welche verschiedenen Wege der Finanzierung dabei genutzt werden können.

„Kommunen und Stadtwerke stehen bei der Finanzierung der Energiewende vor einem finanziellen Marathon, der Ausdauer, Planungssicherheit und praxisfähige Finanzierungskonzepte erfordert. Die Energie-wende kann nur gelingen, wenn Bund und die Länder die Finanzausstattung der Kommunen strukturell verbessern und einen Teil der Risiken mit übernehmen“, sagen Marc Herter, Vorsitzender des Städtetages NRW und Oberbürgermeister der Stadt Hamm, Dirk Lukrafka, Bürgermeister der Stadt Velbert, und Carsten Liedtke, Vorsitzender des VKU NRW und Vorstandssprecher der SWK AG anlässlich des Kongresses. Johanna Antonie Tjaden-Schulte, Vorstandsmitglied der NRW.BANK, ergänzt: „Die Energie- und Wärmewende passiert nicht einfach so. Sie wird gemanagt – von den Kommunen und kommunalen Unternehmen. Mit ihren Investitionen gestalten sie aktiv die Zukunft vor Ort und stärken zugleich den Wirtschaftsstandort Nordrhein-Westfalen insgesamt. Als Förderbank unterstützen wir diese Transformation mit passgenauen Finanzierungsangeboten. Gemeinsam mit Stadtwerken und regionalen Energieversorgern leisten wir so einen wichtigen Beitrag, Nordrhein-Westfalen zur ersten klimaneutralen Industrieregion Europas zu machen.“

Aus Sicht der Kommunen und der Stadtwerke sind folgende Punkte entscheidend für die erfolgreiche Umsetzung der Energie- und Wärmewende:

  • Planbare und verlässliche Rahmenbedingungen für die Wärmewende; Verzicht auf disruptive Eingriffe, damit Kommunen und kommunale Versorger die erheblichen Transformationsinvestitionen in einem engen Zeitkorridor sicher stemmen können.
  • Eine auskömmliche und verlässliche Ausstattung der Förderprogramme von Bund und Land, die zu-gleich dazu beiträgt, Preisbelastungen für Verbraucherinnen und Verbraucher zu begrenzen.
  • Eine klare Fokussierung des Deutschlandfonds auf die Wärmewende, insbesondere die Wärmenetze, um die erforderlichen Mittel für die kommunale Infrastruktur zielgerichtet zu mobilisieren.
  • Ein ergänzendes Landesprogramm zur Risikoabsicherung, um den kommunalen Versorgern den Zu-gang zu günstigem Kapital zu erleichtern und innovative Finanzierungslösungen im Schulterschluss mit der Finanzwirtschaft zu ermöglichen.

Diese und weitere Finanzierungsfragen erörterten Herter, Lukrafka und Liedtke im Rahmen einer Podiumsdiskussion mit Mona Neubaur, Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nord-rhein-Westfalen. Die Ministerin betont: „Nordrhein-Westfalen geht bei der klimaneutralen Transformation voran. Die Energieversorgung der Zukunft ist sicherer und günstiger, wenn sie erneuerbar ist – diesen Weg werden wir konsequent weitergehen. Gerade für unsere energieintensive Industrie ist eine verlässliche, bezahlbare und klimafreundliche Energieversorgung ein entscheidender Standortfaktor. Deshalb setzen wir uns gegenüber dem Bund für Planungssicherheit und eine kluge Nachsteuerung der Rahmen-bedingungen ein, wo sie erforderlich ist. Denn unser Ziel ist klar: Nordrhein-Westfalen soll die erste klimaneutrale Industrieregion Europas werden und zugleich ein wettbewerbsfähiger Wirtschaftsstandort bleiben. Dazu haken wir unter, denn all das gelingt nur gemeinsam: Politik, Kommunen, Stadtwerke, Unternehmen und Finanzwirtschaft müssen an einem Strang ziehen. Das Land wird seine Kommunen und deren Stadtwerke weiterhin gezielt unterstützen. So sichern wir Investitionen vor Ort, stärken die Wettbewerbsfähigkeit unserer Region und halten unsere Kommunen handlungsfähig.“

Zum Kongress
Das Programm des zweiten Finanzierungskongresses „Wie kann die Finanzierung der Energie- und Wärme-wende in NRW gelingen?“ sieht neben der Podiumsdiskussion mit Ministerin Mona Neubaur unter anderem Fachvorträge, Impulse und eine Publikumsdiskussion vor. Mit dabei sind neben den zitierten Gastgebern: Dr. Markus Demary, Senior Economist beim Institut der deutschen Wirtschaft Köln; Silke Ehrbar-Wulfen, Käm-merin der Stadt Recklinghausen; Andrea Vogt, Geschäftsführerin der Stadtwerke Troisdorf GmbH; Michael Henn, Prokurist der Commerz Real AG; Tim Junghans, Leiter Energiewirtschaft der Nord/LB; Thomas Kull, Direktor und Abteilungsleiter in der NRW.BANK Christian Schick, Mitglied der Geschäftsführung der Provinzial Asset Management GmbH; Christoph Wolff, Direktor Öffentliche Hand der Helaba sowie Sylwia Bialek-Gregory (Ph.D.), Wissenschaftliche Geschäftsführerin des Energiewirtschaftlichen Instituts an der Universität Köln.

Das Programm mit weiteren Details können Sie hier herunterladen.