Heimat auf das Nummernschild bringen

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Liberalisierung verschafft Städten und Gemeinden mehr Sichtbarkeit
„Ein eigenes Kfz-Kennzeichen ist weit mehr als eine bloße Buchstabenkombination auf einem Blechschild. Es ist für viele Bürgerinnen und Bürger ein Symbol für Heimat und Zugehörigkeit. Das Projekt ‚Stärkung der Mittelstädte durch Neue Kennzeichen‘ der Fachhochschule Heilbronn zeigt die wertvolle Chance auf, die eine Liberalisierung für eine bessere Sichtbarkeit unserer Mittelstädte mit sich bringt. Aktuell werden Städte mit eigenem Kennzeichen als relevanter wahrgenommen. Das ist ein unschätzbarer Vorteil für das Stadtmarketing, der aber 320 betroffenen Mittelstädten in Deutschland bislang verwehrt bleibt – eine Schieflage, die es zu beheben gilt. Dabei handelt es sich nicht um ein trockenes administratives Thema, sondern um eine emotionale Angelegenheit, die den Wunsch vieler Menschen nach lokaler Verortung ernst nimmt“, unterstrich Sommer.

Stärkung der Verbundenheit mit dem eigenen Wohnort
Den vorgebrachten Kritikpunkten entgegnete Sommer mit faktischen Erfahrungen aus der Praxis: „Die Wiedereinführung der Altkennzeichen seit 2012 hat eindrucksvoll bewiesen, dass Vielfalt nicht zu Chaos führt. Rund fünf Millionen Fahrzeuge mit reaktivierten Kennungen sind bereits auf unseren Straßen unterwegs, ohne dass die polizeiliche Funktion beeinträchtigt wurde. Im Gegenteil: Die moderne Zulassungs-EDV kann mehrere Kennungen pro Bezirk problemlos und ohne jegliche Mehrkosten verwalten. Das Argument der Kostenbelastung läuft ins Leere.“

„Die Einführung neuer Kennungen kostet die Kommunen keinen Cent. Sie ist vielmehr ein kostenfreies Werkzeug für die Identifizierung mit dem eigenen Heimat- oder Wohnort. Wer freiwillig sein Kennzeichen ändern möchte, tut mit kleinem Geld seiner Gemeinde mit zusätzlichen Gebühreneinnahmen sogar etwas Gutes. Niemand wird also gezwungen, sein Kennzeichen zu wechseln – es ist ein rein bürgernahes Zusatzangebot“, erklärte Sommer. „Natürlich stehen die Kommunen vor gewaltigen finanziellen Herausforderungen. Aber gerade weil wir viele schwierige Themen bewältigen müssen, dürfen wir eine so einfache, unbürokratische und kostenneutrale Maßnahme zur Stärkung der kommunalen Identität nicht ausschlagen. Ein eigenes Kennzeichen wie ‚KEV‘ für Kevelaer oder ‚RHE‘ für Rheine fördert das Wir-Gefühl und macht die Vielfalt Nordrhein-Westfalens nach außen sichtbar“, resümierte Sommer.