ÖPNV-Bilanz 2025 – Nachfrage stabil, Finanzierung & Personal bleiben große Herausforderungen

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Leicht steigende Fahrgastzahlen im Jahr 2025
Nach Angaben des VDV nutzten im Jahr 2025 rund 9,9 Mrd. Fahrgäste Busse und Bahnen im öffentlichen Personennahverkehr. Damit stieg die Nachfrage gegenüber dem Vorjahr leicht an. Das Fahrgastaufkommen liegt weiterhin unter dem Niveau der Jahre vor der Corona-Pandemie, zeigt aber eine stabile Entwicklung.

Deutschlandticket bleibt tragende Säule
Das Deutschlandticket bleibt ein wesentlicher Treiber für die Nutzung des ÖPNV. Trotz der Preiserhöhung zum 01.01.2026 auf 63 Euro fiel die Kündigungsquote vergleichsweise gering aus. Nach Angaben des VDV nutzen aktuell rund 14,6 Mio. Menschen das Ticket. Damit trägt es weiterhin maßgeblich zur Stabilisierung der Nachfrage bei.

Kostensteigerungen und Personalmangel verschärfen Lage
Die wirtschaftliche Situation vieler Verkehrsunternehmen bleibt angespannt. Besonders steigende Personalkosten, kürzere Arbeitszeiten sowie ein zunehmender Fachkräftemangel belasten die Betriebe. Gleichzeitig sinkt die Produktivität im Fahrdienst, was zusätzliche Herausforderungen für die Aufrechterhaltung und den Ausbau der Angebote mit sich bringt.

Forderungen an Bund und Länder
Der VDV verweist auf den hohen Investitionsbedarf im ÖPNV, insbesondere für Fahrzeuge, Infrastruktur und Digitalisierung. Erwartet werden daher konkrete Fortschritte beim angekündigten ÖPNV-Modernisierungspakt sowie eine Weiterentwicklung der Förderinstrumente, unter anderem im Rahmen des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes (GVFG).

Anmerkungen aus kommunaler Sicht
Die Bilanz des VDV unterstreicht erneut die zentrale Bedeutung des ÖPNV für eine nachhaltige Mobilität in Städten und Gemeinden. Die stabile Nachfrage zeigt, dass attraktive und bezahlbare Angebote angenommen werden. Gleichzeitig geraten jedoch kommunale Aufgabenträger zunehmend unter finanziellen Druck und können kaum noch ihre lokalen Bestandsangebote aufrechterhalten. Aus kommunaler Sicht braucht es daher dringend eine langfristig gesicherte Finanzierung des ÖPNV über das Deutschlandticket hinaus. Hierzu gehört eine auskömmliche Ausstattung der Regionalisierungsmittel für den Schienenpersonennahverkehr und möglichst auch für die Unterstützung kommunaler Verkehre. Die im Rahmen der aktuellen Novellierung des ÖPNVG NRW in Aussicht gestellte Erhöhung der SPNV-Pauschale ist insoweit zu begrüßen. Es muss jedoch auch weiterhin möglich sein, diese Mittel zumindest anteilig für Zwecke des regionalen ÖSPNV mitverwenden zu dürfen, um die Reisekette im ÖPNV vollständig bedienen zu können. Zudem muss der Modernisierungspakt zwischen Bund, Ländern und Kommunen zeitnah kommen. Gemeinsam mit dem Deutschlandticket könnten somit zusätzliche Fahrgäste gewonnen werden. Davon profitieren kommunale Verkehrssysteme und das Klima aber auch die Bürgerinnen und Bürger durch leistbare Mobilität für alle.

Weitere Informationen
Die Pressemitteilung des VDV vom 27.01.2026 ist abrufbar unter: Unsere Pressemitteilungen | VDV - Die Verkehrsunternehmen



Az.: 35 kr / 33.3.2-001/003