Richtige Schritte bei Kita-Reform

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Mittelzusagen als wichtiges Signal
Der Hauptgeschäftsführer des StGB NRW, Christof Sommer, ordnete vor dem Hintergrund der Anhörung im Landtag die geplanten Änderungen bereits ein: „Die KiBiz-Reform enthält eine Reihe praxisnaher Fortschritte, um die Kita-Landschaft in NRW verlässlicher zu machen. Wünschenswert sind aber weitere Fortentwicklungen.“ Dass das Land trotz rückläufiger Anmeldezahlen in der Kita-Betreuung weiterhin Gelder in der bisherigen Höhe und sogar zusätzliche Mittel – etwa für Sprachbildung – in das Kita-System geben wird, sei ein wichtiges Signal. „Ebenfalls positiv ist, dass die Landesregierung beim Kita-Helfenden-Programm nachsteuert und eine Ausweitung auf alle Kindertageseinrichtungen ermöglichen will. Zusammen mit der angekündigten Ausbildungs- und Personaloffensive wird das helfen, die angespannte Personalsituation vor Ort zu entlasten“, so Sommer.

Eine weitere Entlastung erwartet der kommunale Spitzenverband durch die in Fünf-Stunden-Schritten buchbaren wöchentlichen Betreuungszeiten: „Bisher haben Eltern wegen der vorhandenen Optionen oft mehr Stunden buchen müssen, die sie womöglich nicht brauchten. Es wurden unnötig Ressourcen gebunden, die dann an anderer Stelle für andere Kinder fehlten. Dies machte das System nicht nur teurer, sondern auch ungerechter“, erklärte er.

Weitere Anpassungen erforderlich
Die Änderungen bei den vorgesehenen Kern- und Randzeiten sieht Sommer hingegen kritisch: „Dass vom geplanten Kernzeitenmodell nur noch wenig übrigbleibt, relativiert die eigentlich angestrebte Flexibilisierung des Personaleinsatzes.“

Aus Sicht der Kommunen müssen darüber hinaus weitere Reformschritte erfolgen. „Es braucht endlich mehr Mut zur Entbürokratisierung, so etwa bei der Vereinfachung von Verwendungsnachweisen. Außerdem ist das System der Kindertagesbetreuung trotz der Bemühungen insgesamt weiterhin unterfinanziert. Seit Jahren müssen die Kommunen zusätzliche Zuschüsse leisten. Dies betrifft Investitions- und Mietkosten, aber auch Kostenanteile nicht kommunaler Kita-Träger. Dadurch verschiebt sich die Finanzierungslast immer weiter auf die Städte und Gemeinden. Das Land hat zugesagt, mit den Kommunen über finanzielle Entlastungen zu sprechen. Dazu stehen wir bereit“, betonte Sommer.