Bildungsangebot: „Fit für mehr“ überarbeitet

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Am Berufskolleg stehen zwei zentrale Sprachförderangebote zur Verfügung:

  • das vorgelagerte Bildungsangebot „Fit für mehr“ (FFM)
  • die Internationale Förderklasse (IFK) innerhalb der APO-BK

FFM nimmt Jugendliche auch unterjährig auf, damit neu zugewanderte Geflüchtete zeitnah schulisch integriert werden können. Die IFK ist eine besondere Form der Ausbildungsvorbereitung in Vollzeit mit beruflicher Ausrichtung. Sie führt zum Ersten Schulabschluss, folgt den regulären Bildungsplänen des Bildungsgangs und verfügt über eine flexibilisierte Stundentafel. Dadurch können insbesondere im Fach Deutsch/Kommunikation sowie im Differenzierungsbereich zusätzliche Stunden für Sprachförderung genutzt werden, ohne die berufliche Orientierung zu vernachlässigen.

Die Neufassung des Erlasses erweitert und stärkt FFM für schulpflichtige geflüchtete Jugendliche, die eine besonders intensive sprachliche Erstförderung benötigen. Jugendliche im Alter zwischen 16 und 18 Jahren, die zu Beginn des Schuljahres kommen und

  • keine grundlegenden Lese- und Schreibkenntnisse besitzen,
  • nicht im lateinischen Schriftsystem alphabetisiert sind oder
  • keine oder nur geringe schulische Vorbildung mitbringen,

können zunächst in FFM aufgenommen werden, anstatt unmittelbar einer IFK zugewiesen zu werden. Die Förderung erfolgt auf Basis einer noch flexibleren Stundentafel als bisher. So können 15 bis 17 Wochenstunden im Fach Deutsch/Kommunikation erteilt werden, was einen klaren Fokus auf den Spracherwerb und damit auf schnellere Lernfortschritte ermöglicht.

Stichtag für eine Beschulung über ein Schuljahr hinaus in FFM ist der Beginn des zweiten Quartals eines Schuljahres, also der 1. November. Wer bis zum 31. Oktober in FFM aufgenommen wird, kann bis zum Ende des laufenden Schuljahres beschult werden. Wer danach eintritt, kann bis zu eindreiviertel Schuljahre in FFM gefördert werden. Unterjährig aufgenommene Jugendliche erhalten damit einen vollen Förderzyklus, ohne zeitliche Nachteile in Kauf nehmen zu müssen.

Ein Wechsel in die Internationale Förderklasse ist jederzeit möglich, sobald absehbar ist, dass eine Schülerin oder ein Schüler dem Unterricht dort folgen kann. Durch die Durchlässigkeit ist eine individuellere Gestaltung der Bildungsbiographie möglich. Volljährig gewordene Lernende im Bildungsangebot FFM können ebenfalls in die IFK übergehen. Diese erweiterte Durchlässigkeit ermöglicht individuellere Bildungswege, reduziert die Heterogenität in der IFK und erhöht insgesamt die Chancen auf einen erfolgreichen Schulabschluss. Gleichzeitig werden Lehrkräfte im Bildungsgang durch geringere Spannweiten im Sprach- und Bildungsstand bei der Binnendifferenzierung entlastet.

Weitere Informationen: https://www.schulministerium.nrw/fit-fu ... punktgenau