Urbane digitale Zwillinge – worauf es ankommt

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Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) hat nun eine neue Praxishilfe veröffentlicht, die Kommunen bei der Konzeption und Umsetzung urbaner digitaler Zwillinge unterstützt. Sie zeigt auf, von welchen Faktoren ein erfolgreicher Einsatz abhängt und welche Aspekte bei Planung, Aufbau und Betrieb berücksichtigt werden sollten.

Durch die Einbindung von Künstlicher Intelligenz können digitale Zwillinge zudem kontinuierlich dazulernen und ihre Prognosen verbessern. Das Interesse an dieser Technologie wächst entsprechend stark – immer mehr Kommunen setzen bereits Projekte um, um Planungsprozesse effizienter, transparenter und zukunftsorientierter zu gestalten.

Diese zunehmende Verbreitung nimmt eine aktuelle Untersuchung zu urbanen digitalen Zwillingen aus der MPSC-Begleitforschung zum Anlass, Erfolgsfaktoren für die Umsetzung von UDZ in Kommunen zu analysieren.

  • Halle (Saale) baut mit HAL-Plan einen UDZ zur ganzheitlichen Planung auf, um Flächenpotenziale zu analysieren und auch ökologische Auswirkungen neuer Nutzungen bewerten zu können.
  • In Kirchheim bei München liegt der Fokus auf Unterstützung und Beschleunigung von Baugenehmigungsprozessen.
  • Mönchengladbach nutzt eine modulare Plattform für Stadtplanung und Umweltanalysen: Neugestaltungen und Verdichtungen sind hier mit sozialer Teilhabe, Nachhaltigkeit und Klimaschutz in Einklang zu bringen.
  • München wiederum will den digitalen Zwilling als Teil seiner Verwaltungsinfrastruktur etablieren.

Erkenntnisse und Erfolgsfaktoren

Die Praxishilfe des BBSR benennt zentrale Erfolgsfaktoren für die Einführung und den Betrieb urbaner digitaler Zwillinge. Entscheidend sind demnach klare Ziele, konkrete Anwendungsfälle sowie eine enge Zusammenarbeit verschiedener Fachbereiche. Auch der Einsatz von Prototypen, klare Zuständigkeiten, ausreichende digitale Kompetenzen und die Unterstützung durch die Verwaltung tragen zum Erfolg bei. Darüber hinaus sind eine hohe Datenqualität, ein strukturiertes Datenmanagement sowie technisch flexible, auf offenen Standards basierende Systeme wichtige Voraussetzungen. Da urbane digitale Zwillinge ihren vollen Nutzen erst im langfristigen Betrieb entfalten, sollten Kommunen frühzeitig Konzepte für Pflege, Weiterentwicklung und Finanzierung entwickeln.