Mitteilung
SVR-Jahresgutachten zur Wohnsituation im Einwanderungsland Deutschland
Der Zugang zu bezahlbarem Wohnraum entscheidet über die gesellschaftliche Teilhabe. Laut SVR-Jahresgutachten 2026 verschärft der Mangel an günstigem Wohnraum die soziale Trennung: Arm und Reich leben zunehmend räumlich getrennt. Da Neuzugewanderte oft über geringere finanzielle Mittel verfügen, konzentrieren sie sich in preisgünstigen Stadtvierteln. Doch der SVR betont: Solche Quartiere sind nicht per se integrationshemmend, entscheidend ist die Qualität der Infrastruktur. Die Kommunen stehen vor der Herausforderung, einer Abwärtsspirale in diesen Quartieren durch aktive Stadtentwicklung entgegenzuwirken. Investitionen in Kitas, Schulen und Freizeiteinrichtungen sowie ein starkes Quartiersmanagement sind essenziell, um Verteilungskonflikte zu vermeiden. Ein beson-deres Augenmerk gilt der Diskriminierung auf dem Wohnungsmarkt, die Menschen mit Zuwande-rungsgeschichte trotz festem Einkommen oft den Zugang erschwert.
Wohnraum wird zunehmend zu einem Standortfaktor. Der Mangel in wirtschaftsstarken Regionen hemmt die Mobilität von Arbeitskräften und schreckt internationale Fachkräfte ab. Hier sind gemäß dem Gutachten neue Kooperationen zwischen Kommunen, Wohnungsunternehmen und Arbeitge-bern gefragt. Die seit 2025 geltende neue Wohngemeinnützigkeit bietet Städten und Gemeinden hierbei eine wichtige rechtliche Flanke, um den gemeinwohlorientierten Wohnungsbau wieder zu stärken und die soziale Mischung in den Städten langfristig zu sichern.
Anmerkung des StGB NRW
Die Erkenntnisse des SVR-Gutachtens unterstreichen die Bedeutung einer guten Bau- und Woh-nungspolitik. Der StGB NRW sieht den Bund in der Pflicht, die Rahmenbedingungen für den sozialen Wohnungsbau zu verbessern und die Kommunen bei der Quartiersentwicklung finanziell nicht allein zu lassen. Wenn Fachkräfte keine Wohnung finden, bleibt auch die wirtschaftliche Entwicklung vor Ort unter ihren Möglichkeiten. Prosperität und Integration dürfen nicht am Wohnungsmarkt schei-tern. Die Wohnungsbaupolitik muss daher neben zusätzlichen Wohnraum die soziale Infrastruktur vor Ort im Blick haben.
Weitere Informationen:
www.svr-migration.de (Jahresgutachten)
20.4.1.2-001/001
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