Revier-Konferenz „Perspektiven 2026“

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Außerdem haben Bürgerinnen und Bürger Empfehlungen des „Bürgerrates Rheinisches Revier“ an die Landesregierung übergeben. Der Bürgerrat bestand aus 100 per Losverfahren ausgewählten Bürgerinnen und Bürgern ab 16 Jahren. An drei Sitzungswochenenden im Sommer 2026 erarbeiteten die Mitglieder in moderierten Kleingruppen diese gemeinsamen Handlungsempfehlungen. In seinem Empfehlungspapier macht der Bürgerrat deutlich: Der Strukturwandel verändert nicht nur die Wirtschaft, sondern auch das Leben der Menschen vor Ort. Die Landesregierung wird die Vorschläge nun auswerten und anschließend mit dem Bürgerrat besprechen, welche Ideen umgesetzt und weiterverfolgt werden können.

Erfolgreicher Strukturwandel im Revier

Rund 3,4 Mrd. Euro Strukturförderung von EU, Land und Bund sind inzwischen für 979 bewilligte Projekte gebunden. Aus Fördermitteln werden so Investitionen vor Ort:

  • Neue Industrie statt Brachflächen: Auf ehemaligen Tagebau- und Industrieflächen entstehen neue Produktionsstandorte, Fabrikhallen und Gewerbegebiete. Aus Flächen des Strukturwandels werden Standorte für die Industrie von morgen. Dazu zählen beispielsweise die Modellfabrik Papier in Düren und die Textilfabrik 7.0 in Mönchengladbach, mit denen industrielle Wertschöpfung weiterentwickelt wird.
  • Forschung wird zu Wertschöpfung: Neue Forschungs- und Innovationszentren bringen Wissenschaft und Unternehmen zusammen und schaffen die Grundlage für neue Technologien und Geschäftsmodelle. So wird mit dem Reallabor Geothermie Rheinland das Potenzial der Tiefengeothermie erforscht. Auch das DLR Future Fuels Institut entwickelt Technologien im Bereich der synthetischen Kraftstoffe und spielt eine Schlüsselrolle im Strukturwandel der Energieregion.
  • Neue Mobilität von morgen: Projekte für moderne und klimafreundliche Mobilität verbessern die Erreichbarkeit der Region und verbinden neue Wirtschaftsstandorte mit den Menschen, die dort leben und arbeiten. Mit dem „Center for Vertical Mobility“ entsteht in Aldenhoven ein echter Innovationshotspot für Luftfahrttechnologien der nächsten Generation.
  • Lebensqualität im Blick: Strukturwandel bedeutet mehr als neue Arbeitsplätze. Investitionen in Städte, Dörfer, Grün- und Freiräume sowie soziale und kulturelle Angebote stärken das Rheinische Revier als attraktiven Lebensraum. Das Projekt Freizeitzentrum Indemann ist ein zentraler Bestandteil der freizeittouristischen Entwicklung im Umfeld des entstehenden Indesees am ehemaligen Tagebau.
  • Neue Arbeitsplätze und Perspektiven: Die Investitionen stärken Unternehmen und schaffen neue Beschäftigungs- und Ausbildungsperspektiven. Die Entwicklung des Arbeitsmarktes zeigt, dass die Region trotz wirtschaftlichen Drucks nicht stehen bleibt und neue Chancen entstehen. Mit der Zukunftswerkstatt Berufsbildungszentrum Euskirchen (BZE) entsteht ein innovatives Bildungszentrum für die ergänzende Aus- und Weiterbildung im produzierenden Gewerbe, insbesondere im Handwerk.
  • Attraktiv für Investitionen: Schon jetzt ist es gelungen, private Investitionen von mehr als 3 Milliarden Euro zu mobilisieren. Dazu zählen die Investitionsvorhaben von Microsoft im Rhein-Erft-Kreis, der SMS-Group in Mönchengladbach, von Quanta Computer in Jülich, Cylib in Dormagen, Fiege in Zülpich, Haribo in Neuss und Fressnapf in Nörvenich. Im Zuge dieser Ansiedlungen entstehen mehr als 5.800 Arbeitsplätze im Rheinischen Revier.

Hintergrund

Die Europäische Union, der Bund und das Land unterstützen den Strukturwandel des Rheinischen Reviers mit mehr als 14,8 Mrd. Euro. Das Land flankiert die Förderung von EU und Bund mit eigenen Haushaltsmitteln. Bislang sind 979 Projekte mit einem Fördervolumen von rund 3,4 Mrd. Euro bewilligt.

Weitere Informationen

Die Pressemitteilung des Landes NRW ist abrufbar unter: Revier-Konferenz „Perspektiven 2026“: Positive Zwischenbilanz zur Strukturpolitik im Rheinischen Revier | Land.NRW


Az.: 36 kr / 30.0.4-001/004