Mitteilung
Tourismuswirtschaft fordert stärkere Kommunalfinanzen
Finanzielle Herausforderungen der Tourismuskommunen
Im Rahmen einer öffentlichen Anhörung des Ausschusses für Tourismus zum Thema „Tourismusförderung und -finanzierung“ betonten Sachverständige die hohe Bedeutung des Tourismus für den Mittelstand, Städte und ländliche Räume sowie insbesondere auch für strukturschwache Regionen. Eine verlässliche Finanzierung touristischer Infrastruktur sei Voraussetzung, um die Attraktivität der Destinationen langfristig zu sichern.
Besonders deutlich zeigen sich aktuell die Belastungen in Kommunen mit touristischen Einrichtungen. Vertreter des Gesundheits- und Kurtourismus verwiesen darauf, dass viele kommunal getragene Thermen und Bäder auch Jahre nach den pandemiebedingten Schließungen weiterhin unter erheblichen finanziellen Folgen leiden. Vielerorts mussten notwendige Zukunftsinvestitionen verschoben werden.
Nach Einschätzung der Sachverständigen reichen die Auswirkungen einer Schließung touristischer Einrichtungen weit über die jeweilige Kommune hinaus. Thermen, Kur- sowie Freizeiteinrichtungen seien häufig zentrale Ankerpunkte für Hotellerie, Gastronomie und weitere touristische Dienstleistungen. Ihr Wegfall könne ganze regionale Wertschöpfungsketten beeinträchtigen.
Anmerkung aus kommunaler Sicht
Die Diskussion im Bundestag verdeutlicht die zentrale Rolle der Kommunen für die Entwicklung des Tourismusstandortes Deutschland. Städte und Gemeinden tragen einen wesentlichen Teil der touristischen Infrastruktur und sichern damit nicht nur die Attraktivität von Reisezielen, sondern leisten zugleich einen wichtigen Beitrag zur regionalen Daseinsvorsorge und Lebensqualität. Aus kommunaler Sicht ist daher entscheidend, dass die neue Nationale Tourismusstrategie auch das Thema Kommunalfinanzen adressiert und auch der Bund finanzielle Unterstützung für die Tourismusentwicklung leistet. Eine vom Deutschen Bundestag vorgesehene Studie zur Tourismusfinanzierung kann hierzu wichtige Impulse liefern und sollte zeitnah auf den Weg gebracht werden. Ein besonderes Augenmerk sollte weiterhin in der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) liegen, mit der maßgebliche Projekte und hohe private Folgeinvestitionen in den Tourismuskommunen ausgelöst wurden.
Städte und Gemeinden benötigen letztlich eine langfristige Investitions- und Planungssicherheit, um notwendige Investitionen auch in touristische Infrastruktur künftig leisten zu können. Stabile Kommunalfinanzen bleiben hierfür die unabdingbare Voraussetzung.
Weitere Informationen
Der Bericht des Deutschen Bundestages zur öffentlichen Anhörung des Tourismusausschusses „Tourismusförderung und -finanzierung“ vom 10.06.2026 ist abrufbar unter: Deutscher Bundestag - Tourismuswirtschaft verlangt Stärkung der Kommunalfinanzen
Az.: 31 kr / 32.0-001/001