Aus dem European Energy Award wird Klimakommune Deutschland

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Der internationale European Energy Award ist ein Qualitätsmanagement- und Zertifizierungsverfahren für den kommunalen Klimaschutz, das seit mehr als 20 Jahren bestand und auf dem Kommunalkongress zum letzten Mal in NRW verliehen wurde. Ab sofort steht ein neues Zertifizierungsprogramm zur Verfügung, das nahtlos anknüpft. Die nordrhein-westfälischen Kommunen können sich als Klimakommune Deutschland zertifizieren lassen und so den Erfolg ihrer Klimaschutzmaßnahmen weiterhin messbar und sichtbar machen. Interessierte Kommunen finden bei NRW.Energy4Climate unter diesem Link Ansprechpersonen für das neue Programm.

Über die ausgezeichneten Städte:

Dülmen hat unter anderem ein systematisches Energiemanagement etabliert, das die Energiekosten der kommunalen Verwaltung deutlich senkt. Außerdem baut die Stadt ihren Bahnhof zu einem multimodalen Verkehrsknotenpunkt aus, der den Umweltverbund aus Bahn- und Radverkehr stärkt. Kernstück ist ein zweistöckiges Fahrradparkhaus mit rund 700 Stellplätzen, das mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet ist. Die Dachbegrünung des Parkhauses sorgt im Sommer für ein angenehmeres Klima, indem sie einen Teil des Regenwassers zurückhält und so das Dach kühlt.

Greven ist seit vielen Jahren Vorreiter im kommunalen Klimaschutz und schafft nachhaltige Strukturen in der kommunalen Praxis. Das Herzstück: Die Kläranlage in Greven-Reckenfeld ist kein hoher Energieverbraucher mehr, sondern läuft inzwischen nahezu energieautark. Durch Photovoltaikanlagen auf den Dächern und zwei Blockheizkraftwerke, die Faulgas aus der Klärschlammbehandlung verstromen, erzeugt die Anlage bilanziell mehr Strom als sie verbraucht. Das Projekt zeigt, wie Kläranlagen auch in anderen Kommunen effektiv und klimaneutral funktionieren können.

Die Stadt Warendorf bündelt ihre Aktivitäten im kommunalen Klimaschutz in einem umfassenden Strategieplan, der im April 2025 vom Stadtrat verabschiedet wurde. Ein Fluss steht im Zentrum: Mit dem Projekt „Emswärme" gewinnt Warendorf lokale, klimaneutrale Heizenergie direkt aus dem Wasser der Ems, die mitten durch die Stadt fließt. Vier Großwärmepumpen entziehen dem Flusswasser Wärme und speisen sie in ein neues Wärmenetz ein, das ab 2027 die historische Altstadt und weitere Stadtteile versorgen soll. Der benötigte Strom für die Wärmepumpen stammt aus regenerativen Quellen wie Windkraft, Photovoltaik und Biogasanlagen.

Anmerkung der Geschäftsstelle

Gerade die Verwerfungen bei fossilen Energien infolge globaler Krisen zeigen eindringlich, dass nur der konsequente Umstieg auf erneuerbare Energien dauerhaft eine autarke und günstigere Energieversorgung ermöglicht. Städte und Gemeinden gehen hier unvermindert voran und kümmern sich um die Lebensverhältnisse vor Ort. Umso wichtiger ist politische Rückendeckung – Klimaschutzmaßnahmen der Kommunen müssen langfristig, ausreichend und vor allem verlässlich finanziert werden, damit Erfolge wie die in Dülmen, Greven oder Warendorf auch zukünftig möglich sind. Es ist daher zu begrüßen, dass mit Klimakommune Deutschland ein Nachfolgeangebot für den European Energy Award geschaffen wurde und somit auch weiterhin die Möglichkeit besteht, den tatsächlichen Erfolg einer Kommune bei der Reduktion ihrer Treibhausgasemissionen durch standardisierte Treibhausgasbilanzen sowie digitale Monitoringlösungen zu messen.