Mitteilung
Kommunale Wärmeplanung kommt voran – jetzt beginnt die Umsetzung
Die KOMpare-Auswertung betrachtet den heutigen und den für 2045 geplanten Wärmemix, die Entwicklung des Wärmebedarfs, Sanierungsannahmen, Prozesswärme und Treibhausgasemissionen. Die Datenbasis ist gegenüber der ersten Auswertung deutlich gewachsen und ermöglicht damit ein belastbareres Bild der kommunalen Planungen.
Heute entfallen rund drei Viertel der Wärmeversorgung in den ausgewerteten Kommunen auf Erdgas und Heizöl. Bis 2045 sehen die Wärmepläne dagegen einen nahezu vollständigen Ausstieg aus fossilen Energieträgern vor. Wärmepumpen sollen rund 41 Prozent und Wärmenetze rund 36 Prozent des Wärmebedarfs decken. Die Bedeutung der beiden Technologien hängt dabei stark von der Siedlungsstruktur ab: Größere Kommunen setzen stärker auf Wärmenetze, während in kleineren Kommunen dezentrale Wärmepumpen eine größere Rolle spielen.
Die Auswertung macht zugleich deutlich, dass es keinen einheitlichen kommunalen Pfad zur Wärmewende gibt. Die Anteile von Wärmepumpen und Wärmenetzen unterscheiden sich erheblich zwischen den Kommunen. Entscheidend sind unter anderem Gebäudestruktur, Siedlungsdichte, vorhandene Netzinfrastruktur und die lokalen Potenziale für erneuerbare Wärme.
Offene Fragen bestehen insbesondere bei den Annahmen zur künftigen Entwicklung des Wärmebedarfs und zum Einsatz erneuerbarer Energieträger. Auffällig ist etwa die geplante Nutzung von Biomasse: In 63 Prozent der untersuchten Kommunen liegt der für 2045 angenommene Verbrauch über dem jeweils ausgewiesenen lokalen Potenzial. Werden entsprechende Annahmen in vielen Kommunen gleichzeitig getroffen, können daraus, laut Studie, Nutzungskonkurrenzen entstehen.
Ergänzend zeigt der aktuelle BBSR-Bericht zum Status quo der kommunalen Wärmeplanung, wie weit die Erstellung der Wärmepläne inzwischen fortgeschritten ist. Zum 30. Juni 2026 hatten bundesweit 2.836 Gemeinden ihre Wärmeplanung abgeschlossen. Weitere 4.419 Gemeinden hatten mit der Erstellung begonnen. Damit hat sich die Zahl der abgeschlossenen Wärmepläne gegenüber Ende 2025 verdoppelt. Bei den 83 Großstädten mit mehr als 100.000 Einwohnern hatten 72 ihre Wärmeplanung fristgerecht abgeschlossen.
Anmerkung
Die KOMpare-Auswertung zeigt deutlich: Die kommunale Wärmeplanung nimmt Gestalt an. Gleichzeitig bestätigt sich, dass die Wärmewende vor Ort unterschiedlich aussehen wird. Dies entspricht dem Grundgedanken der kommunalen Wärmeplanung: Die beste Lösung muss sich an den örtlichen Gegebenheiten orientieren.
Mit dem Abschluss der Wärmepläne beginnt dann die entscheidende Phase. Aus den strategischen Zielbildern müssen konkrete Investitionen in Wärmenetze, Erzeugungsanlagen, Stromnetze, Speicher und die Gebäudesanierung folgen. Dafür brauchen Kommunen und kommunale Unternehmen vor allem verlässliche Förderbedingungen und langfristige Planungssicherheit. Insbesondere bei Wärmenetzen sind die Investitionsvolumina erheblich. Die Förderung muss deshalb dauerhaft und verlässlich ausgestaltet werden. Zugleich müssen Wärmewende und der Ausbau der Stromnetze stärker zusammengedacht werden. Wenn Wärmepumpen künftig einen erheblichen Teil der Wärmeversorgung übernehmen sollen, müssen die örtlichen Stromverteilnetze entsprechend leistungsfähig sein.
Weitere Informationen
Öko-Institut/Fraunhofer ISE: www.oeko.de BBSR Halbjahresbericht: www.bbsr.bund.de